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Fast Tracking

Parallelisierung, überlappende Planung, Überlappung von Vorgängen

Fast Tracking verkürzt die Projektdauer, indem Vorgänge, die nacheinander geplant waren, ganz oder teilweise parallel laufen. Fast Tracking braucht kein zusätzliches Personal, erhöht aber das Risiko von Nacharbeit und damit von Folgekosten. Beispiel: Zwei Vorgänge à 10 Tage, die sich um 4 Tage überlappen, sind nach 16 statt 20 Tagen fertig.

Fast Tracking setzt an der Ablauflogik an: Ein Nachfolger startet, bevor sein Vorgänger vollständig abgeschlossen ist. Aus „Konzept fertig, dann Umsetzung“ wird „Umsetzung startet, sobald 60 Prozent des Konzepts stehen“. Der Terminplan wird dichter, die Arbeitsmenge bleibt gleich.

Welche Vorgänge eignen sich für Fast Tracking?

Entscheidend ist die Art der Abhängigkeit:

Außerdem muss der Vorgang auf dem kritischen Pfad liegen. Überlappen Sie zwei Vorgänge mit Pufferzeit, bleibt das Projektende, wo es war.

Beispiel: Wie viel Zeit spart Fast Tracking?

Ein Software-Team plant Konzept (10 Tage) und Umsetzung (10 Tage) als Ende-Anfang-Folge. Die Umsetzung soll beginnen, sobald das Datenmodell steht, also nach 6 Tagen Konzeptarbeit:

Konzept Umsetzung Projektende
Ohne Fast Tracking Tag 0 bis 10 Tag 10 bis 20 Tag 20
Mit 4 Tagen Überlappung Tag 0 bis 10 Tag 6 bis 16 Tag 16

Das Projekt endet 4 Tage früher, die Arbeit bleibt bei 20 Personentagen. Zwei Einschränkungen gehören in jede Rechnung:

Was ist der Unterschied zwischen Fast Tracking und Crashing?

Beide Verfahren verkürzen den kritischen Pfad, sie bezahlen aber mit unterschiedlicher Währung:

Fast Tracking Crashing
Hebel Ablauflogik: Vorgänge überlappen Ressourcen: mehr Personal, Überstunden, externe Hilfe
Kosten kein Zusatzpersonal, Nacharbeitskosten möglich Mehrkosten je gewonnenem Tag
Hauptrisiko Nacharbeit bei geänderten Vorgaben Einarbeitung und Abstimmung fressen den Gewinn auf (siehe Brooks’sches Gesetz)
Voraussetzung Ermessensabhängigkeit Vorgang wird mit mehr Ressourcen tatsächlich schneller

In der Praxis prüfen Sie zuerst Fast Tracking, weil es kein zusätzliches Personal braucht, und crashen dann die Vorgänge mit den niedrigsten Kosten je eingespartem Tag.

Wann lohnt sich Fast Tracking nicht?

Wie setzen Sie Fast Tracking in Merlin Project um?

In Merlin Project tragen Sie eine Überlappung als negativen Puffer an der Verknüpfung ein. Klicken Sie im Gantt-Diagramm auf den Abhängigkeitspfeil und tragen Sie im Inspektor im Feld Puffer den Wert ein: Bei einer Verknüpfung vom Typ Ende zu Anfang lässt ein Puffer von −4 Tagen den Nachfolger vier Tage vor dem Ende des Vorgängers starten. Ein positiver Wert bewirkt das Gegenteil und erzeugt eine Wartezeit.

Alternativ stellen Sie die Verknüpfungsart auf Anfang zu Anfang um, über das Feld Art im Inspektor oder über Struktur › Verknüpfen › Anfang zu Anfang. Mit einem Puffer von 6 Tagen startet die Umsetzung aus dem Beispiel dann 6 Tage nach dem Konzept. Blenden Sie dazu den kritischen Pfad über Darstellung › Kritischen Pfad zeigen oder das Symbol Kritischer Pfad in der Symbolleiste ein. So sehen Sie, ob die Überlappung das Projektende tatsächlich vorzieht oder ob ein anderer Pfad kritisch wird.

Wie Sie Fast Tracking zusammen mit Contouring einsetzen, zeigt der Beitrag Fast Tracking und Contouring in der Praxis.

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